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UNESCO-Evaluierung: Nationalkomitee des „Man and Biosphere“-Programms begutachtet Biosphärengebiet Schwarzwald
Im Mittelpunkt der Bereisung stand der Austausch mit regionalen Akteuren aus verschiedenen Bereichen.
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Das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde 2017 von der UNESCO anerkannt, turnusmäßig erfolgt nach zehn Jahren die erste Evaluierung. Dazu besuchte nun das deutsche Nationalkomitee des für Biosphärenreservate zuständigen „Man and Biosphere“ (MAB)-Programms der UNESCO vom 19.-21. Oktober den Südschwarzwald, um sich vor Ort ein Bild über die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre zu machen. Dafür wurde bereits in diesem Jahr ein erster Berichtsentwurf erarbeitet.
„Wir freuen uns, dem Komitee zeigen zu können, wie viel sich in nur zehn Jahren bereits im Biosphärengebiet Schwarzwald getan hat“ so Regierungspräsident Carsten Gabbert, der die Mitglieder des Nationalkomitees am vergangenen Montag begrüßte. „In zahlreichen Projekten versucht das Team der Biosphären-Geschäftsstelle, gemeinsam mit den Akteuren und Menschen in der Region, die Herausforderungen anzugehen, vor denen wir stehen – von Klimawandel über Nebenerwerbslandwirtschaft bis zum Rückgang der Artenvielfalt.“
Treffen mit regionalen Akteuren
Im Mittelpunkt der Bereisung stand der Austausch mit regionalen Akteuren aus verschiedenen Bereichen. Am Montag wurden Themen wie die Kernzonen des Biosphärengebiets und ihre Entwicklung und die Herausforderungen im Forst diskutiert.
Am Dienstagmorgen konnte sich das Komitee zunächst auf dem Belchen einen Eindruck von der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft machen, lernte aber auch die Herausforderungen bei der Bewirtschaftung der Weidflächen und dem Management von Naturschutzgebieten kennen. Dabei ging es unter anderem um das Thema der Weidewasserversorgung. Insbesondere in diesem trockenen Sommer mussten Landwirte teils zweimal am Tag Wasser zu ihren Rindern auf die Weide bringen. Ein Problem, das mit dem Weidewasserprojekt des Biosphärengebiets am Belchen bereits seit einigen Jahren angegangen wird. Erste mit Fördermitteln der Stiftung Naturschutzfonds bereits umgesetzten Maßnahmen aus der Konzeption konnte das Komitee besichtigen.
Dabei interessierte die Mitglieder des Komitees besonders, welche Rolle die Institution Biosphärengebiet spielt, um die Entwicklung der Region voranzubringen. Die anwesenden Akteure zeigten sich einig, dass durch die übergreifende Funktion dem Biosphärengebiet vor allem eine vernetzende Rolle zukommt und betonten den Modellcharakter: Das Biosphärengebiet bringe Akteure aus Naturschutz, Landwirtschaft und anderen Bereichen zusammen und ermögliche so, am großen Ganzen zu arbeiten statt nur an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Zudem habe das Team der Geschäftsstelle die Möglichkeit, Projekte anzustoßen, die verschiedenen Perspektiven beispielsweise aus Landnutzung und Naturschutz einbeziehen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Vernetzung und Austausch
Auch beim anschließenden Besuch in Bernau wurde deutlich, in wie vielen Bereichen das Biosphärengebiet Projekte anstoßen und Menschen vernetzen konnte, etwa mit den Kulinarischen Hinterwälder Wochen. Würde das Biosphärengebiet morgen nicht mehr existieren, würden die Hinterwälder Wochen wahrscheinlich fortgeführt, so ein anwesender Gastronom. Doch der Start sei ohne die Initiative des Biosphärengebiets vermutlich nicht gelungen.
Ebenso betonten anwesende Partner aus dem Kultur- und Bildungsbereich, wie sehr sie die vernetzende Funktion des Biosphärengebiet schätzen und welche Projekte sie dadurch umsetzen konnten. Auch die große Bedeutung des Förderprogramms wurde betont, welches Akteuren aus der Region die Umsetzung zahlreicher Projekte ermöglicht
Evaluierung durch die UNESCO
Das MAB-Nationalkomitee besteht aus Mitgliedern mit verschiedenen fachlichen Hintergründen von Naturschutz über Forst, Tourismus und nachhaltiger Regionalentwicklung bis zu Landnutzung. Es achtet auf die Einhaltung der UNESCO-Kriterien für Biosphärenreservate und berät diese entsprechend vor der Neuausweisung aber auch bei den regelmäßigen Evaluierungen.
Im Zuge der UNESCO-Evaluierung hat die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald mit Unterstützung eines Umweltplanungsbüros und Mitwirkung zahlreicher regionaler Akteure bereits einen ersten Berichtsentwurf verfasst, der durch das Komitee kritisch begutachtet wurde, um Schwachpunkte aufzuzeigen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Dazu wurden im Rahmen der Bereisung auch Stakeholdergespräche ohne Anwesenheit von Mitarbeitenden von Biosphärengebiet oder Regierungspräsidium geführt. Der Bericht wird nun überarbeitet, um im kommenden Jahr der UNESCO vorgelegt zu werden, welche über eine erneute Anerkennung des Biosphärengebiets Schwarzwald entscheidet. Mit der Entscheidung ist im Sommer 2028 zu rechnen.
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