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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Pegel in der Brigach in Donaueschingen wird umgebaut

Folgen des Klimawandels werden sichtbar gemacht

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Seit Juni wird der Pegel in der Brigach in Donaueschingen umgebaut. Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) jetzt mitgeteilt hat, sollen mit dem Umbau die Messbedingungen am Pegel unter anderem bei Niedrigwasserabflüssen verbessert werden. Damit sollen auch die Auswirkungen des Klimaschutzes messbarer werden.  Gleichzeitig wird der Absturz an der bisherigen Pegelschwelle in eine Rampe umgebaut, um die Wanderung von Fischen und Kleinlebewesen durch den Messbereich zu ermöglichen. Die Arbeiten sollen im September abgeschlossen sein. 

„Wenn wir Niedrigwasser messen wollen, müssen wir dem Pegel beibringen, wie das geht“, so Felix Künemund, Wassermangelexperte beim Landesbetrieb Gewässer im RP. Der Pegel muss also so umgebaut werden, dass niedrige Abflüsse in der Brigach gebündelt und dadurch messbar werden. Dafür wird das Gewässerbett so umgestaltet, dass der Einlaufbereich dieser Niedrigwasserrinne von oben nach unten gesehen immer enger wird. Damit können auch sehr geringe Abflüsse, wie aktuell in den letzten Wochen, erfasst werden. Dies ist für die langfristige, statistische Bewertung der Abflusssituation wichtig und dokumentiert die Veränderungen der Abflusssituation u.a. durch den Klimawandel. Zudem werden die Daten zum Beispiel in Niedrigwasserzeiten für die Bewirtschaftung der Gewässer benötigt, damit Wasserentnahmen oder Einleitungen gesteuert werden können, um in Wassermangelzeiten möglichst eine weitere Beeinträchtigung der ökologischen Funktionen des Gewässers zu vermeiden.

Ökologische Durchgängigkeit wieder herstellen 
Der Umbau ist auch eine gute Gelegenheit, die ökologische Durchgängigkeit der Brigach für Fische und Kleinlebewesen im Messbereich wieder herzustellen. Hierfür wird die bestehende Pegelschwelle abgebrochen und durch eine für Gewässerorganismen passierbare raue Rampe ersetzt. Die Brigach wird anschließend im gesamten Gewässerabschnitt wieder vollständig durchwanderbar sein. Das Land kommt damit auch einer Forderung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nach, die besagt, dass die Gewässer in einen guten Zustand gebracht werden müssen.

Aufstau verringern 
Als weiterer positiver Effekt wird das neue Pegelbauwerk weniger Rückstau oberhalb des Pegels hervorrufen. Dadurch kann die Brigach wieder freier fließen, und durch die verbesserte Strömung werden weniger Schlamm und Sand auf der normalerweise kiesigen Gewässersohle abgesetzt. Insgesamt wird sich dadurch der Lebensraum für die hier typischen Fließgewässerbewohner verbessern. 

Hochwasser erkennen – Bevölkerung schützen
Der ursprüngliche Zweck des Pegels – die möglichst frühzeitige Erkennung von Hochwasser, um die Bevölkerung vor Überschwemmung zu warnen und zudem mit den Daten Hochwasserschutzmaßnahmen und sonstige Bauwerke im Gewässerumfeld hochwasserangepasst zu planen – bleibt erhalten und wird im Rahmen des Pegelumbaus ebenfalls verbessert.

Als Ausgleich weitere ökologische Verbesserung geplant
Im kommenden Jahr soll der Lebensraum für die Gewässerbewohner der Brigach als Ausgleichsmaßnahme für den Pegelneubau weiter verbessert werden. Hierzu sollen unter anderem der vorhandene Altarm wieder von der Brigach durchströmt und Strukturelemente in der Brigach wie Baumwurzeln und Steine eingebaut werden, um den Fischen und Kleinlebewesen Rückzugsräume bei extremen Abflüssen (Hoch- und Niedrigwasser) zu bieten und durch Strömungsvielfalt neue Lebensräume zu schaffen.

Weitere Informationen: Kosten des Pegelumbau mit entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen ca. 800.000 Euro. Der Pegel besteht seit 1981 an diesem Standort (Vorgängerpegel in der Stadtmitte seit 1929). Einzugsgebiet 193 Quadratkilometer/ Höchster bisher gemessener Abfluss an diesem Pegel: 142 Kubikmeter pro Sekunde/ niedrigster Abfluss 0,25 Kubikmeter pro Sekunde (250 Liter pro Sekunde). 

Der Pegel ist abrufbar über www.hvz.baden-wuerttemberg.de sowie über die App „Meine Pegel“.

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