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Landwirtschaft, Ländlicher Raum und Lebensmittel

Deutscher Bauerntag 2026 in Freiburg

Regierungspräsident Gabbert: „Wir unterstützen Betriebe bei der Anpassung an den Klimawandel“

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Blühfläche, dahinter ein Traktor

Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft grundlegend. Längere Trockenperioden, zunehmende Wetterextreme und neue Schädlinge stellen die Betriebe vor große Herausforderungen. Zum Auftakt des Deutschen Bauerntags in Freiburg hat Regierungspräsident Carsten Gabbert auf die notwendige Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion aufmerksam gemacht. In seinem Grußwort am Dienstagabend erläuterte er, wie das Land Baden-Württemberg Kommunen und landwirtschaftliche Betriebe bei der Bewältigung dieser Mammutaufgabe unterstützt.

„Hitze und Trockenheit lassen uns aktuell förmlich spüren, wie hoch der Handlungsbedarf zur Anpassung an den Klimawandel gerade in der Landwirtschaft ist. Mit regionaler Förderung, modernen Technologien, gezielter Ausbildung und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten unterstützen wir die Betriebe auf diesem Weg und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass sie auch künftig hochwertige Lebensmittel produzieren und unsere Kulturlandschaften erhalten können“, sagte Gabbert. Er wies auf die Besonderheiten der Landwirtschaft in Südbaden hin, die sich durch ihre Vielfalt auszeichne – von Grünlandbetrieben im Schwarzwald bis hin zum Acker,- Wein- und Obstbau in der Rheinebene. Gabbert: „Steillagenbewirtschaftung, kleine Betriebsgrößen, unterschiedliche Bewirtschaftungsintensitäten und viele Nebenerwerbsbetriebe erfordern maßgeschneiderte Unterstützungsangebote.“ 

Im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum hat das Regierungspräsidium im vergangenen Jahr 41 Millionen Euro in die ländliche Entwicklung im Regierungsbezirk gebracht. In der Agrarmarktförderung konnten zehn Millionen Euro und für die Waldwirtschaft 33 Millionen Euro an Fördermitteln verteilt werden. Hinzu kommen zahlreiche Förderprogramme für landwirtschaftliche Betriebe, Winzerinnen und Winzer sowie Imkerinnen und Imker.

Trockenheit – Wasserversorgung und Bewässerung als Zukunftsaufgabe

Wie wichtig Anpassungsmaßnahmen bereits heute sind, zeigt das Weidewasserprojekt am Belchen im Biosphärengebiet Schwarzwald. Die zunehmenden Trockenperioden der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Wasserversorgung von Weidetieren auch in den Höhenlagen des Schwarzwaldes keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Mehrfach fielen Quellen am Belchen trocken. Durch die Modernisierung der dortigen Weidewasserinfrastruktur wird die traditionelle Weidewirtschaft nun auch in trockenen Sommern gesichert. 

Auch bei der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zeigen Beispiele aus der Region, wie sich Betriebe durch innovative Ansätze fit für die Zukunft machen. Wassersparende Bewässerungstechnik reduziert den Energieverbrauch, indem sie Wasser effizienter verteilt und gezielt an die Pflanzenwurzeln liefert. Systeme wie Tropfbewässerung im Weinbau und Niederdruckdüsen im Ackerbau minimieren Wasserverlust und senken den Energieaufwand für Pumpen und Verteilung durch präzisere Steuerung und Automatisierung. Baden-Württemberg fördert deshalb den Bau gemeinschaftlicher Bewässerungsinfrastruktur, das Regierungspräsidium Freiburg begleitet Betriebe bei der Antragstellung und wickelt das Förderprogramm ab. Seit 2021 konnten im Regierungsbezirk Freiburg neun Projekte von Wasser- und Bodenverbänden sowie Gemeinden mit rund zwei Millionen Euro gefördert werden. 

Neue Schädlinge erfordern schnelles Handeln 

Steigende Temperaturen begünstigen zudem die Ausbreitung neuer Schädlinge. Ein Beispiel dafür sind Zikaden, die noch vor ein paar Jahren keine Rolle in der Landwirtschaft und im Weinbau in Baden-Württemberg spielten. So wurde im Landkreis Lörrach 2024 erstmals in Deutschland die Amerikanische Rebzikade entdeckt. Seither hat sich das Befallsgebiet stark ausgedehnt und die Zikade hat das mittlere Markgräfler Land erreicht. Durch das Saugen vor allem an verwilderten Reben kann sie eine Quarantänekrankheit - die Goldgelbe Vergilbung der Rebe (Flavescence dorée) - übertragen und verbreiten. Die infizierten Reben sterben schnell ab. Um die weitere Ausbreitung sowohl der Zikade als auch der Krankheit zu verhindern,  überwacht das Regierungspräsidium Freiburg zusammen mit dem Weinbauinstitut das abgegrenzte Gebiet. Allgemeinverfügungen in den Landkreisen Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald geben Maßnahmen für den Weinbau wie zum Beispiel das Roden aufgelassener Weinberge und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vor. 

Nachwuchs gestaltet die Transformation mit

Bereits der Nachwuchs lernt, was Nachhaltigkeit in den grünen Berufen bedeutet: die Bedürfnisse der heutigen Generation zu erfüllen, ohne die Möglichkeiten der zukünftigen Generationen zu gefährden. Dazu zählt auch der Umgang mit dem Klimawandel, zum Beispiel die Auswahl hitzetoleranter Sorten. Aktuell absolvieren im Regierungsbezirk Freiburg rund 850 junge Menschen eine Ausbildung in der Landwirtschaft, im Weinbau oder im Gartenbau. Gemeinsam mit den Landratsämtern berät das Regierungspräsidium die Azubis und die Betriebe in allen Fragen rund um die Ausbildung. 

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