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Ein Erdhaufen feiert Geburtstag
Warum umgerechnet seit einem Jahr fast 50.000 ausgewachsene afrikanische Elefanten (oder beinahe drei Flugzeugträger) vor dem Kloster Hegne stehen
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Der Baugrund vor Hegne ist schwammig. Eine vierzig Meter mächtige Seetonrinne macht ihn anfällig für Setzungen. Schlecht, wenn dort künftig das Gewicht des Hegnertunnel lasten soll. Die Lösung: Den wassergetränkten Boden wie einen Schwamm auspressen und ihn bereits lange vor Baubeginn kontrolliert zum Absinken zu bringen. Dafür wurden in den letzten zwölf Monaten knapp 120.000 Kubikmeter Erdmassen auf die Fläche aufgebracht. Umgerechnet drücken nun seit einem Jahr knapp 270.000 Tonnen auf den Boden. Für Zahlenfetischisten: Das wären entweder 50.000 ausgewachsene Elefanten; 2,7 (voll beladene) US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln oder mehr als 7400mal das Glockenensemble des Konstanzer Münsters...
Insgesamt fünf im Baufeld eingebrachte Messstellen registrieren die Bodenbewegungen, überwacht von einem begleitenden Fachbüro. Fazit nach einem Jahr Liegezeit: Das Verfahren zeigt Wirkung, wie Dynamik und Verlauf der Setzungen klar belegen. Teilweise sank der Boden täglich um mehr als einen Zentimeter ab: „Unsere Auswertungen zeigen die Bodenbewegungen deutlich. Diese setzen sich, mit abnehmender Intensität auch in den tieferliegenden Schichten fort. Nach einem Jahr Liegezeit sehen wir aber auch, dass die Setzungen am Abklingen bzw. kaum mehr vorhanden sind, sodass wir die Messintervalle nun vergrößern können“, erklärt Simon Müller, Projektleiter beim RP Freiburg.
Besonders nachhaltig: Die aufgeschüttete Erde ist eigentlich ein „Abfallprodukt“ – rund 80 Prozent stammen aus dem Aushub des Tunnel Röhrenberg. Mit der Vorkonsolidierung können sie sinnvoll wiederverwertet werden, bevor sie endgültig entsorgt werden.