Naturnahe Umgestaltung des Neckars zwischen Oberndorf-Aistaig und Sulz a. N.
Elsässer
Fachinformation
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Daniel Elässer
Projektleiter
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Über das Projekt
Maßnahme
Von 2023 bis 2025 wurde der Neckar in 3 Bauabschnitten auf einer Länge von ca. 1100 Meter mittels gewässerökologischer Maßnahmen naturnah umgestaltet und so die Gewässerstrukturgüte der Wasserrahmenrichtlinie verbessert.
Der verbesserte Abschnitt befindet sich innerhalb eines Maßnahmenbereiches der Landesstudie Gewässerökologie. In 2025 wurden die bisherigen Maßnahmen mit einem weiteren 4. Bauabschnitt auf 600 m ergänzt.
Für die Zukunft bestehen noch weitere Ideen, um den Maßnahmenbereich vollständig zu verbessern. Die Planungen dazu sind bereits gestartet.
Zahlen und Fakten
Maßnahmenbereich 16: ca. 2.500 m
Bauabschnitte 1-3: ca. 1.100 m, 2023-2025, Kosten 1,2 Mio. Euro
Bauabschnitt 4: ca. 500 m, 2025, Kosten 40.000 Euro
Bauabschnitt 5: ca. 350 m, in Planung, Ausführung noch nicht terminiert
Weitere Ideen sind in Planung, können aber noch nicht dargestellt werden.
Unterlagen
Lageplan Abschnitt 1 und 2
Lageplan Abschnitt 3
Strukturmaßname Erlen Stumpenwald Abschnitt 4
Termine
Aktuell sind keine Termine geplant. Wir informieren Sie unter anderem an dieser Stelle über aktuelle Termine wie Informationsveranstaltungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen.
Hintergründe zum Projekt
Die geplanten Strukturmaßnahmen sind im 69 Kilometer langen "Wasserkörper 0401" (Neckar von Rottweil bis Bieringen) der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorgesehen. Laut Wasserrahmenrichtlinie besteht hier ein Bedarf an rund 25 Kilometern Strukturmaßnahmen, damit ein guter Zustand des Gewässers erreicht werden kann.
Ausschlaggebend für die schlechte Bewertung des Gewässerabschnitts sind vor allem fehlende Lebensräume (Habitate) für Fische. Im Gebiet werden als sogenannte Hauptfischarten Barbe, Nase und Äsche mit ihren Lebensraumansprüchen zur Bewertung herangezogen. Die Ufer des Neckars sind im Planungsgebiet auf weiten Strecken massiv mit Flussbausteinen und Pflasterungen verbaut, so dass kaum eigendynamische Entwicklungen möglich sind.
Auf ca. 2.500 Meter Länge zwischen Oberndorf-Aistaig und Sulz a. N. soll die Strukturgüte des Neckars verbessert werden. Hierbei sollen vor allem fehlende Lebensräume für Fische hergestellt werden, wie z.B. Kiesbänke als Laichplatz, Unterstände aus Totholz und Wurzelstöcken, Kolke und Tiefrinnen für Niedrigwasserzeiten sowie Bepflanzungen für Beschattung. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Initiierung von eigendynamischen Entwicklungen durch Erdarbeiten am Ufer und Strömungslenker, damit sich der Neckar solche Strukturen in Zukunft selbst schaffen kann.
Der Maßnahmenumfang ist aus den bereitgestellten Lageplänen ersichtlich. Diese umfassen im Wesentlichen:
- Rückbau des massiven Uferverbaus
- Erdarbeiten am Ufer zur besseren Vernetzung von Land und Wasser sowie Initiierung der eigendynamischen Gewässerentwicklung
- Einbau von Strukturelementen und Strömungslenkern als Fischunterstände und Aktivierung der Eigendynamik
- Anlegen von Kiesdepots zum Ausgleich von Substratmangel in der Flusssohle
- Auspflocken eines Uferstreifens zur Weiterentwicklung von Gehölzsaum und Hochstaudenflächen, als Abgrenzung zu bewirtschafteten Flächen
- Bepflanzungen der Ufer und Uferstreifen mit standorttypischen Auengehölzen
- Wiederanbindung einer Altarmstruktur im 3. Bauabschnitt durch umfangreiche Erdarbeiten
- Anlegen von Mulden und Nebenrinnen als Flutmulden, die bei wechselnden Wasserständen teilweise geflutet werden
- Anlegen von Trockenbiotopen mit überschüssigem Kiesmaterial, Wurzelstöcken und Steinen
- Fortführung von extensiven Bewirtschaftungen mit z.B. Wasserbüffeln auf Landesflächen durch den Pächter
Ausgangszustand
Bauabschnitte 1-2
Bauabschnitt 3
Bauabschnitt 4
Extensive Bewirtschaftung