Zum Inhaltsbereich Zur Hauptnavigation

Preisträger des Wettbewerbs "Höfe für biologische Vielfalt" 2025

Das Regierungspräsidium Freiburg hat sich mit dem Wettbewerb "Höfe für biologische Vielfalt" zum Ziel gesetzt, vorbildliche Leistungen von Landwirtinnen und Landwirten zu würdigen, die beispielhaft und zugleich umfassend Naturschutz in die Praxis ihres Betriebes integrieren.

Der Wettbewerb wird über das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes Baden-Württemberg finanziert. Auf dieser Internetseite stellen wir Ihnen die Gewinner aus dem Jahr 2025 vor.

Hauptpreis Ackerbau: Betrieb Martin Linser

Freiburg-Opfingen, Stadtkreis Freiburg

Hauptpreis Weinbau: Ökologisches Weingut Johannes Kiefer

Eichstetten, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Hauptpreis Mischbetrieb: Michael Selinger, Michels Kleinsthof

Bad-Krozingen-Tunsel, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Hauptpreis Grünlandbewirtschaftung: Annette und Klaus Rümmele, Weidegemeinschaft Zweistädteblick GbR

Tunau, Landkreis Lörrach

Sonderpreis-Wiederbewerber: Markus Binninger, Bruderhof

Ewattingen, Landkreis Waldshut

Sonderpreis Grünland – Landtechnik: Familie Wiesler, Andresehof

Münstertal, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Sonderpreis Grünland – Erhaltung von Orchideenwiesen und Ackerwildkräutern: Familie Kliewer Schlosshof Küssaburg

Münstertal, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Sonderpreis Grünland – Offenhaltung sehr unterschiedlicher Grünland-Habitate: Sebastian und Simon Frommherz, Hochland-Höfe GbR

Häg-Ehrsberg, Landkreis Lörrach

Sonderpreis Grünland – Offenhaltung und Herdenschutz: Martina und Holger Albrecht, Windberghof

St. Blasien Landkreis Waldshut


Freiburg-Opfingen, Stadtkreis FreiburgHauptpreis Ackerbau: Betrieb Martin Linser

Herr Linser bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb und einige Weinbauflächen in Freiburg-Opfingen. Das Besondere des Betriebs ist der große Anteil an Blühflächen unterschiedlicher Art an der Ackerfläche (rund 17%) und das diesbezügliche Engagement von Herrn Linser in der Zusammenarbeit mit Berufskollegen, Schulen und Firmen zur Etablierung einer blühenden Biotopvernetzung in der Gemarkung. Im Weiteren baut er als konventioneller Betrieb das gesamte Getreide pestizidfrei an und engagiert sich für weitere Maßnahmen des Naturschutzes (z.B. Pflanzung von Kopfweiden, Etablierung von Nistkästen und Trockenmauern im Hofbereich).


Eichstetten, Landkreis Breisgau-HochschwarzwaldHauptpreis Weinbau: Ökologisches Weingut Johannes Kiefer

Auf den Flächen des Weinbaubetriebs Kiefer ist die biologische Vielfalt auf jedem Quadratmeter präsent – sei es in den Rebgassen mit den artenreichen Begrünungen, die zugleich dem Humusaufbau dienen, sei es auf den Randflächen, auf denen artenreiche Magerwiesen wachsen und sich Orchideen wieder angesiedelt haben, sei es in den angrenzenden Böschungen, die wieder geöffnet wurden – zugunsten von Bienenfressern und anderen Arten, sei es in den randlich und zum Teil auch in den Rebgassen gepflanzten Obstbäumen unterschiedlicher Arten (Pfirsiche, Mirabellen und Myrobalanen, Feigen, Pistazien, etc.). Darüber hinaus sind das naturkundliche Interesse und Engagement nicht nur beim Winzer Johannes Kiefer, sondern auch bei den mitarbeitenden Familienmitgliedern Katharina Kiefer und Barbara Kiefer spür- und erlebbar – alle zusammen arbeiten daran, Weinbau und Naturschutz im Einklang zu betreiben. 


Bad-Krozingen-Tunsel, Landkreis Breisgau-HochschwarzwaldHauptpreis Mischbetrieb: Michael Selinger, Michels Kleinsthof

Herr Selinger hat auf vormals klassisch konventionell bewirtschafteten Ackerflächen einen äußerst vielfältigen Gemüsebau- und Mischbetrieb aufgebaut: Rings um die Kern-Betriebsflächen wurden artenreiche Gehölze gepflanzt, das Schnittgut der Gehölze und der vielen Saumstreifen wird zur Humusanreicherung genutzt, was sich sehr positiv im Gemüseanbau zeigt. Auf allen weiteren Betriebsflächen außerhalb der Kernfläche werden Gehölze zur Beschattung und Belebung der Flächen eingebracht. Darüber hinaus wird sehr bodenschonend mit Leichtmaschinen gearbeitet. Die biologische Vielfalt dieses Kleinbetriebs ist für die vielen Mitarbeiter, besuchende Schulklassen und andere Besucher erlebbar und greifbar.


Tunau, Landkreis LörrachHauptpreis Grünlandbewirtschaftung: Annette und Klaus Rümmele, Weidegemeinschaft Zweistädteblick GbR

Die Weidegemeinschaft Zweistädteblick GbR engagiert sich seit vielen Jahren für die Offenhaltung der Gemarkung Tunau. Die äußerst steilen Flächen werden mit Ziegen und Pensionsrindern offengehalten, der Adlerfarn zurückgedrängt. Die Weideführung ist sorgfältig auf die Flächen abgestimmt. Ohne das langjährige Engagement von Familie Rümmele wäre die Gemarkung innerhalb kurzer Zeit zugewachsen. Die biologische Vielfalt der Weideflächen des Betriebs ist immens und das Engagement der Weidegemeinschaft vorbildlich. 


Ewattingen, Landkreis WaldshutSonderpreis-Wiederbewerber: Markus Binninger, Bruderhof

Markus Binninger versteht es, die Naturzusammenhänge sehr praxisnah-landwirtschaftlich, sympathisch und zugleich naturkundlich versiert an Kinder- und Jugendgruppen, aber auch an Erwachsenengruppen weiterzugeben. Daneben schafft er durch sein differenziertes Vorgehen bei der Beweidung und Offenhaltung von Waldrändern viele ökologische Nischen. Für den Herdenschutzes hat er eine Zaunbaumaschine weiterentwickelt, mit der er die mobilen Wolfsschutzzäune einfacher stellen kann. 


Münstertal, Landkreis Breisgau-HochschwarzwaldSonderpreis Grünland – Landtechnik: Familie Wiesler, Andresehof

Familie Wiesler hat den Betrieb komplett auf Weide- und Heubasis umgestellt und nutzt keine Silage mehr. Dazu hat Stefan Wiesler die Landtechnik perfektioniert – angefangen von den schonenden Messerbalken-Mähwerken über einen besonders bodenschonenden Kammrechen bis hin zu einer platz- und energieoptimierten Heutrocknung. Die Festmist- und Gülletechnik ist durch Zusatz von Gesteinsmehl und Mikroorganismen verbessert, sodass die Geruchsentwicklung minimiert und die Nährstoffverfügbarkeit verbessert wird.


Küssaberg, Landkreis WaldshutSonderpreis Grünland – Erhaltung von Orchideenwiesen und Ackerwildkräutern: Familie Kliewer Schlosshof Küssaburg

Familie Kliewer hat den Schlosshof als junge Familie erst vor kurzem übernommen und bewirtschaftet dort auf sehr steilen Hangflächen äußerst artenreiche Magerwiesen in einer vorbildlichen Weise. Neben den orchideenreichen Magerwiesen wird auf kleiner Fläche ein Ackerwildkrautschutz-Acker bewirtschaftet und insgesamt die Kulturlandschaft des Küssabergs mit ihren Streuobstwiesen, Hecken, Benjeshecken und Trockenmauern gepflegt. Die Informationen werden naturpädagogisch weitergegeben, z.B. an den Waldkindergarten oder die Naturschutzgruppe Küssaberg e.V., sodass auch Außenstehende davon erfahren.


Häg-Ehrsberg, Landkreis LörrachSonderpreis Grünland – Offenhaltung sehr unterschiedlicher Grünland-Habitate: Sebastian und Simon Frommherz, Hochland-Höfe GbR

Sebastian und Simon Frommherz bewirtschaften sehr unterschiedliche Grünlandhabitate – zum einen steile und steilste Schwarzwaldhänge mit Ziegen, Hochlandrindern und Pferden zum anderen werden die weiten, feuchten und nassen Moorwiesen bei Todtmoos offen und in einem sehr guten Zustand erhalten. Zusätzlich öffnen die Geschwister verbuschter Hangbereiche, um dort wieder artenreiches Grünland und einen Biotopverbund zu entwickeln. Beeindruckend ist die Zusammenarbeit im Familienverbund über die zwei sehr unterschiedlichen Gemarkungen hinweg.


St. Blasien Landkreis WaldshutSonderpreis Grünland – Offenhaltung und Herdenschutz: Martina und Holger Albrecht, Windberghof

Holger und Martina Albrecht bewirtschaften in abgelegener Lage einen traditionellen Schwarzwaldhof, den sie mit viel Mühe renoviert haben und weiter renovieren. Das Besondere des Betriebs ist - neben der sehr guten Erhaltung der vielfältigen Grünlandhabitate - das Weidemanagement mit Herdenschutzhunden (inkl. Ausbildung der Hunde) und die Bewirtschaftung der Grünlandflächen mit Kaltblutpferden. Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Tätigkeiten wird mit Arbeitspferden ausgeführt. Der Betrieb versteht sich als Zwischenglied zwischen Kulturlandschaft und Wildnis.