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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Zitronenzeisig gerettet

Umweltstaatssekretär Andre Baumann und Regierungspräsident Carsten Gabbert besuchten Projekt am Feldberg im Schwarzwald

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Umweltstaatssekretär Andre Baumann besichtigte in Begleitung von Regierungspräsident Carsten Gabbert am Mittwoch im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour das Projekt zur Rettung des Zitronenzeisigs auf dem Feldberg im Schwarzwald. Experten des Naturschutzreferats im Regierungspräsidiums Freiburg (RP) stellten die Flächen und die Ergebnisse des Projekts vor. Anlass der Initiative war der starke Bestandsrückgang des Zitronenzeisigs im Südschwarzwald, seinem derzeit einzigen Vorkommen in Baden-Württemberg. Durch unterschiedliche Maßnahmen konnte der Bestand inzwischen stabilisiert werden. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg förderte das Rettungsprogramm von 2023 bis Anfang 2026 mit rund 200.000 Euro. 

Umweltstaatssekretär Andre Baumann zeigte sich angetan: „Welche ein Erfolg, dass das Aussterben des Zitronenzeisig verhindert werden konnte. Ich freue mich sehr, dass wir diese wichtige und wertvolle Arbeit unterstützen konnten und heute gemeinsam die beeindruckenden Ergebnisse sehen. Jetzt gilt es, am Ball zu bleiben, um die Art und ihren Lebensraum auch zukünftig zu sichern Es ist aber auch wichtig, hier und jetzt die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der Erhalt der Biodiversität wird angesichts der sich stetig verändernden Umweltbedingungen immer dringender. Nur eine vielfältige Artenlandschaft schafft funktionierende und stabile Ökosysteme und trägt damit zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen bei.“

Regierungspräsident Carsten Gabbert ergänzte: „Unser Team hat sozusagen in letzter Sekunde den Zitronenzeisig vor dem Aussterben bewahrt, das ist eine bemerkenswerte Leistung des Naturschutzes. Die entwickelten Schutzmaßnahmen sind sehr innovativ und weitere Regionen wie die Alpen, Vogesen und Pyrenäen interessieren sich für unsere Arbeit und übernehmen unsere Lösungswege. Ein größeres Lob kann man nicht bekommen.“ 

Der Zitronenzeisig ist eine Vogelart Mittel- und Südeuropas, für die der Regierungsbezirk Freiburg eine hohe Verantwortung trägt. Er kommt in Deutschland nämlich nur noch in den Hochlagen des Südschwarzwalds und in den bayerischen Alpen vor. 2022 gab es nur noch maximal 23 Brutpaare im Südschwarzwald. Im Jahr 2023 startete das Förderprogramm zur Rettung des Zitronenzeisigs unter der Projektleitung des RP und dem Nationalpark Schwarzwald. Damals stand die Population des Zitronenzeisigs in Baden-Württemberg kurz vor dem Erlöschen und eine Rettung der Art in der Natur schien nach Einschätzung der Experten fast aussichtslos. Um dem Trend entgegen zu wirken, wurden spezielle Futterstellen für den Zitronenzeisig installiert und damit die Fitness der verbliebenen Vögel gestärkt. Während das Projekt anlief, wurde zudem die Kalkbeinräude, eine Krankheit an den Beinen der Vögel, entdeckt. Befallene Tiere mussten behandelt werden, um die Mortalität zu reduzieren – offenbar mit Erfolg: Mittlerweile gibt es wieder rund 30 Brutpaare und die Bruterfolge nehmen weiter zu. Werden die erprobten Maßnahmen in den nächsten Jahren fortgeführt, wird sich die Population im Südschwarzwald erholen, davon sind die Experten überzeugt.

Im Gebiet Feldberg, Belchen und Herzogenhorn wurden blütenreiche Flächen geschaffen. Zudem wurde die Beweidung von Schafen auf Rinder umgestellt, was die Blütenbildung der Futterpflanzen des Zitronenzeisigs ebenfalls fördert. Zudem wurden neue Weideflächen geschaffen. Ein wesentliches Element war darüber hinaus die Untersuchung der Bewegungsmuster sowie des Brutgeschehens der Vögel mithilfe von automatisierten akustischen Erfassungsmethoden und Beringung. Nach drei Jahren intensiver Umsetzung von Rettungsmaßnahmen kann Malte Bickel, Projektleiter des RP, eine erste vorsichtige Entwarnung geben: „Das Auftreten der Kalkbeinräude ist stark zurückgegangen, die Überlebensrate von Jungvögeln ist erstaunlich hoch und die Brutpaarzahlen zeigen einen leichten positiven Trend.“

Die getroffenen Maßnahmen zum Schutz des Zitronenzeisigs kommen auch weiteren Bergvogelarten, die typisch für den Südschwarzwald sind, zu Gute. So profitieren auch die stark gefährdeten Arten Ringdrossel, Bergpieper, Baumpieper und Wiesenpieper, sowie das Auerhuhn und viele Insektenarten von den Maßnahmen. Durch die Umstellung der Beweidungen von Schaf- auf Rinderbeweidung und die Wiederherstellung von fließenden Übergängen zwischen Wald und Weide wird der Borstgrasrasen gefördert und die Lebensraumbedingungen für viele Vogel- und Insektenarten verbessert.

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