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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Wasserkraft am Hochrhein

Regierungspräsident Gabbert besucht Werk in Küssaberg-Reckingen

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Die Potenziale der Wasserkraft am Hochrhein und die Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei Genehmigung und Betrieb waren Thema beim Besuch von Regierungspräsident Carsten Gabbert am Mittwoch im Wasserkraftwerk in Küssaberg-Reckingen (Kreis Waldshut). An dem Termin nahmen auch Landtagsabgeordnete, die erste Landesbeamtin des Landkreises Waldshut, Tina Schlick und Küssabergs Bürgermeister Manfred Weber teil. Nachdem das Regierungspräsidium (RP) dem Kraftwerk im Oktober 2025 eine neue, bis 2080 befristete Zulassung erteilt hat, laufen aktuell die Planungen zur Umsetzung der Umweltauflagen und zur Modernisierung des Betriebs. Thema war auch das aktuelle Niedrigwasser im Rhein, was für das Wasserkraftwerk Reckingen mit Einbußen von zwei Dritteln bei der Stromerzeugung verbunden ist.

„Die Wasserkraft ist die CO2-freie Energiequelle mit dem höchsten Wirkungsgrad. Deswegen tragen die Wasserkraftwerke am Hochrhein entscheidend zur Erreichung der Klimaschutzziele des Landes bei“, erklärte Regierungspräsident Carsten Gabbert. Er wies darauf hin, dass die elf Anlagen zwischen Schaffhausen und Basel Energie für 1,5 Millionen Haushalte auf beiden Seiten des Rheins erzeugen. Da das Ausbaupotenzial am Hochrhein quasi ausgeschöpft ist, sei die Leistungssteigerung durch Optimierung der bestehenden Anlagen umso wichtiger. „Gleichzeitig ist der Betrieb der Kraftwerke mit massiven Eingriffen in die Ökologie des Rheins verbunden. Deshalb haben wir der Kraftwerk Reckingen AG bei der neuen Zulassung umfangreiche Umweltmaßnahmen auferlegt.“ So muss der Kraftwerksbetreiber innerhalb der nächsten acht Jahre zwei Fischaufstiegsanlagen bauen und bis 2032 großflächige Uferbereiche renaturieren. Da durch das Stauwehr der Sedimenttransport beeinträchtigt wird, wird das Kraftwerk zudem jährlich rund 2300 Kubikmeter Kies ins Gewässer einbringen.

Als Grenzkraftwerk benötigt die Anlage in Reckingen neben der deutschen Zulassung auch eine Schweizer Konzession. Hartmut Scherer, der im RP das Referat für Wasserstraßen leitet, wies auf die Komplexität der grenzüberschreitenden Zulassungsverfahren hin, die internationale Abstimmung erfordern. „Wir sind froh, dass dies in Reckingen in vorbildlicher Weise gelungen ist. Die Zulassung schafft Planungssicherheit für den Betreiber und ermöglicht neue Investitionen in den Unterhalt der Anlage“, so Scherer. 

Thomas Häfeli, Betriebsleiter der Kraftwerk Reckingen AG, ergänzte: „Mit der neuen deutschen Erlaubnis und der Schweizer Konzession verfügen wir nun über die notwendige Planungssicherheit für die kommenden 60 Jahre.  Für uns beginnt jetzt die eigentliche Arbeit: In den nächsten Jahren investieren wir jeweils einen zweistelligen Millionenbetrag in die Umsetzung von 16 umfangreichen Umweltmaßnahmen und einen weiteren hohen zweistelligen Millionenbetrag in die umfassende Modernisierung unseres Kraftwerks. Erneuert werden unter anderem die Turbinen, die Generatoren, die gesamte Elektro- und Leittechnik, die Rechenreinigungsanlage, die Krananlagen, die Einlaufrechen, das Stauwehr sowie weitere zentrale Anlagenteile. Damit stärken wir die erneuerbare Stromerzeugung am Hochrhein, verbessern gleichzeitig die ökologische Qualität des Rheins und schaffen eine sichere Perspektive für das Kraftwerk und seine Mitarbeitenden.“ 

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