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Regierungspräsident Carsten Gabbert besucht Stadtwald Oppenau zur Forsteinrichtung
Expertinnen und Experten erläutern die Erstellung des Zehn-Jahres-Planes für den Stadtwald
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Wie machen wir unsere Wälder fit für die Zukunft? Regierungspräsident Carsten Gabbert hat am Mittwoch gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Gaiser, Michael Großer, Dezernent für den Ländlichen Raum im Ortenaukreis und Mitgliedern des Gemeinderats an einer Exkursion zur Forsteinrichtung im Stadtwald von Oppenau (Ortenaukreis) teilgenommen. Expertinnen und Experten der Forstdirektion des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) sowie der unteren Forstbehörde des Ortenaukreises erläuterten ihr Vorgehen bei der Erstellung dieses Zehn-Jahres-Planes für den Stadtwald. Derzeit werden in zahlreichen Kommunalwäldern der Ortenau solche Pläne erstellt.
„Dass unsere Wälder unter der Klimaerwärmung massiv leiden, ist nicht mehr zu übersehen. Ihre Anpassung an den Klimawandel ist eine Herkulesaufgabe, zumal der Zeitdruck hoch ist. Ziel der Forsteinrichtung ist es, die Weichen in der Waldpflege so zu stellen, dass die Wälder auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben“, sagte Regierungspräsident Carsten Gabbert. Die am RP angesiedelte Landesforstdirektion begleitet und berät alle kommunalen Waldbesitzer in Baden-Württemberg bei der Zukunftsplanung.
Landesweit sind die Expertinnen und Experten der Forstdirektion des RP gemeinsam mit den örtlichen Forstrevierleitungen jedes Jahr auf knapp 60.000 Hektar in rund 100 Kommunalwäldern unterwegs. Allein im Ortenaukreis wurden im vergangenen Jahr rund 10.000 Hektar Wald in 13 Kommunalwäldern und vier Waldgenossenschaften bearbeitet. In diesem Jahr werden mehr als 5000 Hektar Wald von zehn Städten und Gemeinden im Ortenaukreis neu beplant. „Die Forsteinrichtungspläne werden alle zehn Jahre erstellt. Sie legen fest, was wo und wie häufig im Wald gemacht wird. Dabei achten wir unter der Maßgabe der Ziele der Eigentümer und der gesetzlichen Regelungen auf ein ausgewogenes Verhältnis aller Waldfunktionen und stellen so die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sicher“, erklärte Arno Mattes, Leiter des zuständigen Referats am RP. Dies sei eine Gemeinschaftsaufgabe der Forsteinrichtenden und Revierförster, die für jeden Waldort spezifische Ziele und Pflegemaßnahmen entwickeln. Im Stadtwald Oppenau konkretisierten Forsteinrichter Simeon Wiegert und Revierförster Lukas Ruf im Rahmen von intensiven Waldbesichtigungen im Jahr 2025, was auf knapp 2000 Hektar unter den gegebenen Rahmenbedingungen in den nächsten zehn Jahren Sinnvolles zu tun ist. Ein Schwerpunkt ist dabei die Verjüngung der Tannenaltbestände, um Licht und Platz für die nachfolgende Waldgeneration mit einem höheren Anteil von Mischbaumarten zu schaffen. Ende Mai soll der Gemeinderat den Plan beschließen.
„Die vorliegende neue Forsteinrichtungsplanung hier im Stadtwald Oppenau zeigt sehr anschaulich, wie gut und konstruktiv in diesem Prozess alle Beteiligten zusammengearbeitet haben“, stellte Michael Großer, Dezernent für den Ländlichen Raum im Ortenaukreis, fest. Yvonne Bierer zuständige Forstbezirksleiterin für den Forstbezirk Oberkirch beim Landratsamt Ortenaukreis betonte die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz. Sie verwies auf seine Funktion als CO2-Speicher und warb für die Nutzung klimafreundlicher Holzprodukte und Holzbau: „Gleichzeitig müssen wir die vielfältigen Funktionen des Waldes im Auge behalten, sei es beispielsweise die Erholungsnutzung oder der Einfluss des Waldes auf das Wasser im Bereich der Quellschutzgebiete. Die Forsteinrichtung hilft uns dabei, die Balance zwischen der wirtschaftlichen Nutzung und den ökologischen sowie sozialen Ansprüchen an den Wald zu halten.“
Auch Bürgermeister Uwe Gaiser unterstrich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten: „Eine nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung unseres Waldes hat für uns höchste Priorität. Das neue Forsteinrichtungswerk belegt dies eindrucksvoll und schafft die Grundlage dafür, dass auch kommende Generationen einen gesunden, ökologisch wertvollen und wirtschaftlich tragfähigen Wald vorfinden.“
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