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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Krebspest in der Brugga bei Kirchzarten breitet sich weiter aus

Betretungsverbot wird erneut bis Ende Dezember verlängert

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Der Kampf gegen die Krebspest in der Brugga zwischen Kirchzarten und Oberried (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) dauert an. Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, gibt es Anzeichen dafür, dass sich die für den seltenen Dohlenkrebs tödliche Seuche derzeit schnell bachaufwärts ausbreitet. Ob die Seuche dann abklingt und die gewünschte Wiederbesiedlung der streng geschützten Art aus dem Oberrieder Bach stattfindet, ist aktuell unklar. Gewissheit über diese Entwicklung soll das nächste Monitoring bringen, das im Spätsommer/Herbst 2026 stattfindet. Dies gilt auch für den benachbarten Zastlerbach, wo die Seuche ebenfalls nachgewiesen wurde.

Um das Überspringen der Seuche auf weitere Bäche im Dreisamtal zu verhindern, wird das für die gesamte Brugga geltende Betretungs- und Nutzungsverbot nochmals bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Die entsprechende Allgemeinverfügung hat das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald erlassen. Für den Menschen ist der für heimische Krebsarten tödliche Erreger ungefährlich.

„Weiterhin beobachten wir die Ausbreitung der Krebspest bachaufwärts in der Brugga sehr genau. Erst wenn alle Krebse in dem betroffenen Bachabschnitt verendet sind, wird auch die Seuche verschwinden“, erklärt Erik Tebbe-Simmendinger vom Naturschutzreferat des RP. Nach Kenntnis der Naturschutzverwaltung bestand vor einem Jahr noch eine klare Seuchenfront auf Höhe der Geroldstalstraße. Inzwischen konnte im Einzugsgebiet der Brugga keine scharf abgegrenzte Krebspestfront mehr identifiziert werden, da mittlerweile der Bestand gesunder Dohlenkrebse bachaufwärts abgenommen hat. Das weist darauf hin, dass die Krebspest deutlich schneller als bisher bachaufwärts wandert. 

Das RP bittet die Bevölkerung weiter um Verständnis und Unterstützung: „Bitte betreten Sie die Brugga nicht und lassen Sie Hunde nicht im Gewässer baden. Sprechen Sie auch andere Personen auf diese wichtigen Regeln an“, so Tebbe-Simmendinger. Nur so könne der einzigartige Artenreichtum im Dreisamtal erhalten werden. Der Dohlenkrebs, der in Deutschland nur in Südbaden vorkommt, ist akut vom Aussterben bedroht und als ökologische Schlüsselart für das Gleichgewicht des Gewässerökosystems unverzichtbar.

Hintergrund: Die Krebspest ist eine hochansteckende, bei heimischen Flusskrebsarten stets tödliche Erkrankung, ausgelöst durch den aus Nordamerika stammenden pilzähnlichen Erreger Aphanomyces astaci. Die Sporen können über feuchte Ausrüstung wie Gummistiefel, Kescher oder Reusen sowie über das Fell von Hunden leicht zwischen Gewässern verschleppt werden. Da der Erreger keine Dauerstadien bildet, kann die Krankheit abklingen, wenn über einen ausreichend langen Zeitraum keine Flusskrebse als Wirte mehr vorhanden sind.

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