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Insektenschutz im Biosphärengebiet
Ergebnisse des BROMMI-Projekts in Oberried vorgestellt
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Beim Besuch von Umweltstaatssekretär Andre Baumann MdL am Hanisenhof von Johannes Rösch in Oberried stand der erfolgreiche Abschluss des bundesweiten Projekts BROMMI – „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ im Mittelpunkt. Das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Verbundprojekt endete im Juni 2026 nach fünfeinhalb Jahren Laufzeit. Am Mittwoch stellten Vertreter des Biosphärengebiets Schwarzwald und der Landwirt vor, welche Maßnahmen sich in der landwirtschaftlichen Praxis besonders bewährt haben.
Das gemeinsam mit dem WWF Deutschland, Nationale Naturlandschaften e. V., dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und fünf beteiligten UNESCO-Biosphärenreservaten umgesetzte BROMMI-Projekt untersuchte, wie sich Insektenschutz wirksam in die landwirtschaftliche Praxis integrieren lässt. Ziel war es, fundierte und zugleich wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen zu entwickeln, die sich langfristig in den Betriebsalltag integrieren lassen. Die Ergebnisse sowie Praxishilfen und Handlungsempfehlungen stehen nun allen Interessierten über die Wissensplattform der Nationalen Naturlandschaften zur Verfügung.
„Das Projekt BROMMI zeigt eindrucksvoll, dass Artenvielfalt und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können. Gemeinsam mit engagierten Landwirtinnen und Landwirten konnten praxistaugliche Maßnahmen entwickelt und erprobt werden, die sowohl der biologischen Vielfalt als auch den Betrieben zugutekommen“, so Staatssekretär Andre Baumann.
Der Betrieb von Johannes Rösch in Oberried ist dafür ein anschauliches Beispiel. Der Nebenerwerbslandwirt beteiligte sich seit 2021 am Projekt und setzte auf seinen Grünlandflächen verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Insekten um. Besonders sichtbar sind die sogenannten Insektenschonstreifen: Bei jeder Mahd bleiben gezielt einzelne Streifen ungemäht und bieten Insekten Nahrung sowie Rückzugsräume. Bei der nächsten Mahd werden diese Streifen an anderer Stelle angelegt, sodass kontinuierlich geeignete Lebensräume erhalten bleiben. Die Maßnahme stellte sich zudem als besonders wirksam für die Insektenvielfalt heraus, was sich mit aktuellen Erkenntnissen aus anderen Forschungsvorhaben deckt.
Ergänzend wurden auf den Projektflächen Totholzhaufen angelegt, die zahlreichen Käferarten und weiteren auf Totholz spezialisierten Insekten als Lebensraum dienen. Durch sogenannte Erdanrisse entstanden zudem Nistmöglichkeiten für bodenbewohnende Wildbienen und Hummeln. Diese Kleinstrukturen bieten außerdem Rückzugsmöglichkeiten im Winter. Darüber hinaus hat Johannes Rösch größtenteils auf die Mahd mit Balkenmähwerken umgestellt, welche im Gegensatz zu herkömmlichen Kreiselmähwerken weniger Sogwirkung entfalten. Wissenschaftliche Erhebungen begleiteten die Maßnahmen und liefern wichtige Erkenntnisse darüber, welche Ansätze den größten Beitrag zur Förderung der Insektenvielfalt leisten.
Regierungsvizepräsident Klemens Ficht zieht ebenfalls ein positives Fazit: „BROMMI hat gezeigt, dass bereits vergleichsweise einfache und praxistaugliche Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt leisten können – und dass erfolgreicher Insektenschutz vor allem dann gelingt, wenn Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Insbesondere das Schaffen von Kleinstrukturen sei eine mit wenig Aufwand umsetzbare Maßnahme, ergänzte Oliver Bechberger, verantwortlich für Naturschutz in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald: „Als besonders effektiv hat sich neben den Schonstreifen im Grünland die sogenannte Mosaikmahd herausgestellt, bei der verschiedene Flächen im Wechsel und somit insgesamt seltener gemäht werden.“ Im Ackerbau führte das Anlegen von speziellen Blühstreifen – sogenannter Beetle Banks – nicht nur zu einer größeren Vielfalt von Insekten, sondern machte durch die dort lebenden Nützlinge teils sogar den Einsatz von Insektiziden auf benachbarten Ackerflächen überflüssig.
Auch nach dem offiziellen Projektende werden die gewonnenen Erkenntnisse weiterwirken. Johannes Rösch möchte insbesondere die insektenschonendere Mahd mit dem Balkenmähwerk auf seinen Hangflächen fortführen. Insektenschonstreifen sollen dort weiter angelegt werden, wo ihr Nutzen und der zusätzliche Arbeitsaufwand in einem guten Verhältnis stehen.
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