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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Regierungspräsidium untersucht Fischotter-Vorkommen

Projekt soll herausfinden, wie weit der Fischotter inzwischen wieder im Regierungsbezirk verbreitet ist

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Fischotter am See auf der Suche nach Futter

Der Fischotter, der seit beinahe 100 Jahren in Baden-Württemberg ausgestorben war, kehrt zurück. Hinweise darauf gibt es im Regierungsbezirk Freiburg bereits seit mehreren Jahren, beispielsweise entlang der oberen Donau und der Elz. Jetzt hat das Regierungspräsidium Freiburg (RP) ein Projekt gestartet, um herauszufinden, wie weit der Fischotter inzwischen wieder im Regierungsbezirk verbreitet und wie groß die Population ist. Hierzu werden zwei so genannte Otter-Spotter – Expertinnen mit einer Ausbildung im Spurensuchen von Ottern - in den kommenden Monaten die großen Fließgewässer auf Spuren untersuchen. Um eine möglichst große Fläche abdecken zu können, wird die Bevölkerung um Mithilfe gebeten: Wer Hinweise auf das Vorkommen der seltenen Tierart hat oder gar Fotos von Fischottern gemacht hat, kann per Mail mit dem Naturschutzreferat des RP Kontakt aufnehmen: Referat56@rpf.bwl.de 

Einst wurde der Fischotter wegen seines kostbaren Pelzes bejagt. „Die Rückkehr der inzwischen streng geschützten Art ist ein Beleg für die gute Qualität der Gewässer, ihren Strukturreichtum und ein entsprechend hohes Fischvorkommen“, erklärt Tobias Kock vom RP, der das von der Stiftung Naturschutzfonds geförderte Projekt betreut. Bei der Spurensuche liege der Fokus auf Gewässerdurchlässen wie Brücken mit Uferrandstreifen: „Otter nutzen diese Bereiche oft als Markierungsort und hinterlassen ihren Kot. Dadurch lässt sich nicht nur die Präsenz von Tieren nachweisen. Über die DNA im Kot können sogar Herkunftsgebiet und etwaige Verwandtschaften zwischen Tieren festgestellt werden.“ Daher werden auch Kotproben gesammelt und im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Universität Freiburg untersucht. Sobald die Bereiche mit Fischottervorkommen feststehen, soll eine detailliertere Untersuchung folgen, um Reviere der Tiere abzugrenzen und tatsächlich abschätzen zu können, wie viele Tiere sich bereits im Regierungsbezirk angesiedelt haben.  

Erkenntnisse über die Fischottervorkommen sind insbesondere im Zusammenhang mit dem Infrastrukturausbau wichtig. Denn Gewässerdurchlässe ohne begleitenden Uferrandstreifen durchschwimmt der Wassermarder nicht. „Stattdessen verlassen die Tiere das Wasser und überqueren die Brücke auf dem Landweg, wo ihnen oft der Straßenverkehr zum Verhängnis wird“, erklärt Kock. Ein Beleg dafür sei der Fund eines verunfallten Fischotters am Stadtrand von Freiburg Anfang des Jahres. 

Steckbrief Fischotter 

  • Braunes Fell mit weißer Halsunterseite und weißem Bauch
  • Länge: ca. 1,10 Meter mit Schwanz, Gewicht: 7 bis 10 Kilo
  • Verbreitung in Europa bis Asien sowie Nordafrika, jedoch sind in vielen Regionen die Bestände durch menschlichen Einfluss gefährdet
  • Sein Pelz ist mit 60.000 bis 80.000 Haaren pro Quadratzentimeter sehr dicht, welche durch den Einschluss von Luft sehr gut isolieren. (Zum Vergleich: Der Mensch hat ca. 220 Haare pro Quadratzentimeter auf dem Kopf)
  • Guter Schwimmer und ausdauernder Taucher dank seiner Schwimmhäute zwischen den Pfoten, sein kräftiger Schwanz dient ihm als Steuer.
  • Dämmerungs- und nachtaktiv
  • Frisst neben Fischen auch Krebse, Nagetiere und Vögel
  • Einzelgänger mit großen Revieren (15 bis 40 Kilometer Flusslänge), wobei im Revier eines Männchens mehrere Reviere von Weibchen liegen können.
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