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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Managementplan für Vogelschutzgebiet „Mittlerer Schwarzwald“

RP prüft 40 Stellungnahmen und stellt Missverständnisse klar

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Die Ringdrossel ist eine der stark gefährdeten Vogelarten im Mittleren Schwarzwald.

Wie das Regierungspräsidium Freiburg mitteilt, liegen nach Ablauf der Anhörungsfrist für den Natura-2000-Managementplan für das Vogelschutzgebiet „Mittlerer Schwarzwald“ 40 Stellungnahmen vor. Themen sind unter anderem befürchtete Eingriffe in Eigentumsrechte, ein möglicher Nutzungsverzicht sowie die Sorge, ein klimaangepasster Waldumbau könnte erschwert werden. Das RP kündigt an, dass alle Einwenderinnen und Einwender nach sorgfältiger Prüfung eine ausführliche fachliche Rückmeldung erhalten werden. Der überarbeitete Managementplan soll dann voraussichtlich im Sommer in Kraft treten. 

Angesichts der Kritik der Gemeinden Elzach und Waldkirch an den Inhalten des Managementplans (MaP) weist das RP darauf hin, dass in den vergangenen Wochen auch über mediale Berichterstattung verschiedene Missverständnisse und Falschinformationen in die Öffentlichkeit gelangt sind. Der Behörde ist es deshalb ein großes Anliegen, für Aufklärung zu sorgen und den MaP im Konsens mit den Gemeinden und Flächenbewirtschaftern umzusetzen. 

Das RP stellt klar, dass der MaP keine neuen Verpflichtungen für Kommunen und private Grundstückseigentümer mit sich bringt. Bei dem Managementplan handele es sich um einen Fachplan für Behörden. Rechtliche Verpflichtungen etwa für die Land- und Forstwirtschaft würden sich hingegen aus dem bundesweit geltenden Artenschutzrecht sowie dem sogenannten Verschlechterungsverbot der für den mittleren Schwarzwald bereits seit dem Jahr 2010 geltenden Vogelschutzgebietsverordnung ergeben, die die europarechtlichen Vorgaben der EU-Vogelschutzrichtlinie umsetzt. 

„Mit den Maßnahmen aus dem Managementplan können wir die Schutzziele der Verordnung sicherstellen“, erläutert Manuel Winterhalter, Leiter der Umweltabteilung des RP: „Die zuständigen Fachbehörden werden auf die Gemeinden und privaten Bewirtschafter zugehen und den Dialog suchen. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam überlegen, was wir tun können, um die Naturschutzziele der EU zu erreichen. Nur so werden wir erfolgreich sein.“ Davon profitiere nicht nur die Natur.  Das Land Baden-Württemberg stelle zur Umsetzung von Maßnahmen Fördermittel bereit, etwa über die Landschaftspflegerichtlinie oder die Waldnaturschutzförderung. Auch Ökopunkte können für einzelne Maßnahmen generiert werden.

Ina Hartmann, zuständige Referentin im RP, weist auf die besondere Verantwortung der Region für den Vogelschutz hin: „Der Mittlere Schwarzwald ist für die Erhaltung stark gefährdeter Vogelarten wie Auerhuhn, Ringdrossel und Zitronenzeisig von europaweiter Bedeutung. Für diese Arten müssen lichte, hochmontane Bergwälder und angrenzendes strukturreiches Offenland als Lebensräume erhalten und wieder neu entwickelt werden.“

Das RP betont, dass der Managementplan weder zu generellen Einschränkungen der Bewirtschaftung noch zu einer faktischen Stilllegung größerer Waldflächen oder gar zu Enteignung führt. Konkrete Vorhaben – etwa im Bereich der Windenergie – sind ebenfalls nicht Gegenstand des Managementplans. Auch einer naturverträglichen touristischen Nutzung steht dieser nicht im Wege. 

Hintergrundinformation: Das Vogelschutzgebiet „Mittlerer Schwarzwald“ ist 21.650 Hektar groß. Es umfasst vor allem die Hochlagen des Mittleren Schwarzwalds und verteilt sich auf insgesamt 29 Gemeinden. Der Mittlere Schwarzwald ist für stark gefährdeter Vogelarten wie Auerhuhn, Ringdrossel und Zitronenzeisig von landes- und europaweiter Bedeutung. Der Natura 2000-Managementplan beschreibt die Erhaltungsziele des Gebiets und bewertet den Zustand der geschützten Lebensräume sowie der vorkommenden Arten. Darauf aufbauend werden Maßnahmen empfohlen, um den Rückgang dieser Arten und ihrer Lebensräume langfristig aufzuhalten. Die genannten Arten benötigen lichte, hochmontane Bergwälder und angrenzendes strukturreiches Offenland. 

Mehr Informationen im Internet: https://rpf.baden-wuerttemberg.de/abt5/ref56/natura2000/mittlerer-schwarzwald/

 

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