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Gerüche in Stockach - Maßnahmenpaket abgestimmt
Situation bei Feinstaub wird weiter überwacht
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Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, haben sich Vertreter des RP und der AS Oxidwerke GmbH vergangene Woche in einem gemeinsamen Gespräch auf ein Maßnahmenpaket zur weiteren Minimierung möglicher Geruchsemissionen in Stockach (Kreis Konstanz) verständigt. Auch die Stadt Stockach war beim Vor-Ort-Termin vertreten, um Rückmeldungen aus der Bürgerschaft einzubringen und sich über das weitere Vorgehen auszutauschen. Die Aufsichtsbehörde und das Unternehmen erwarten, dass die Maßnahmen für das betroffene Wohngebiet „Nellenburger Hang“ deutliche Verbesserungen bringen.
Bürgermeisterin Susen Katter stellte im Anschluss an den Termin klar: „Für uns als Stadt ist entscheidend, dass die Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden. Wir werden den Prozess weiterhin eng begleiten und erwarten, dass die vorgesehenen Maßnahmen zu spürbaren und nachhaltigen Verbesserungen führen.“
Ralph Rösch, Geschäftsführer der AS Oxidwerke GmbH bekräftigte die Kooperationsbereitschaft des Unternehmens: „Wir nehmen die Hinweise aus der Bevölkerung sehr ernst. Uns ist ein gutes Miteinander mit den Anwohnerinnen und Anwohnern wichtig. Deshalb unterstützen wir die vereinbarten Maßnahmen vollumfänglich.“
Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll in einem halben Jahr erneut gemeinsam bewertet werden. Vorausgegangen waren umfangreiche Kontrollen und Vorabstimmungen. „Seit im vergangenen November verstärkt Bürgerbeschwerden zu Geruchs- und Feinstaubemissionen in Stockach eingegangen sind, haben wir als Aufsichtsbehörde konsequent reagiert. Nahezu wöchentlich haben wir seither unangekündigte Betriebs- und Umgebungskontrollen insbesondere zu Geruchsemissionen durchgeführt. In den vergangenen Monaten haben zudem mehrere Vor-Ort-Termine im Unternehmen stattgefunden“, berichtet Manuel Winterhalter, Leiter der Umweltabteilung des RP. Er stellt klar, dass eine einzelne, eindeutig zuzuordnende Quelle für die Geruchswahrnehmungen bislang nicht festgestellt werden konnte. Dennoch sollen denkbare Ursachen für die Geruchsbelästigungen gezielt angepackt werden. Der Maßnahmenplan umfasst zahlreiche Aktivitäten von der weiteren Abdichtung potentieller Geruchsquellen bis hin zur Neuerrichtung eines zweiten Abgaswäschers bis Anfang 2027. Ein Teil dieser Maßnahmen wurde bereits umgesetzt. Ergänzend wurde die Anlage einer vollständigen, außerplanmäßigen Revision unterzogen.
Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Regierungspräsidium, die Stadt und die Oxidwerke im engen Austausch bleiben wollen, um den weiteren Prozess eng abgestimmt zu begleiten und transparent zu kommunizieren. In diesen Prozess werden auch die Vertreterinnen und Vertreter der neu gegründeten Bürgerinitiative einbezogen werden. Eine Unternehmensbesichtigung mit Mitgliedern der Bürgerinitiative ist bereits in Vorbereitung.
Feinstaub: Grenzwerte werden eingehalten
Die Bewertung der Feinstaubsituation ist dem RP zufolge komplexer, da hier mehrere potenzielle Quellen – unter anderem Industrie und Verkehr – zu berücksichtigen sind. Die Einhaltung der zulässigen Emissionen von Staub und gasförmigen Stoffen der AS Oxidwerke GmbH wird am Kamin durch kontinuierliche Messungen überwacht. Die ordnungsgemäße Funktion der Messeinrichtungen wird jährlich durch ein unabhängiges Messinstitut überprüft.
Wie das RP mitteilt, bestehen nach den bisherigen Ergebnissen keine Anhaltspunkte für gesundheitsschädliche Einwirkungen durch Feinstaub. Die Messungen der Dekra haben die Einhaltung der geltenden Immissionswerte im Wohngebiet „Nellenburger Hang“ gezeigt. Im Juli 2025 hat das RP zusätzlich Messungen an Arbeitsplätzen des Schmelzwerks abgefragt. Erste Ergebnisse bestätigen die Einhaltung der geltenden Arbeitsplatzgrenzwerte. Dies ist für das RP ein Beleg für die ordnungsgemäße Funktion der Erfassungseinrichtungen.
Auf Grundlage der vorliegenden Messdaten ergeben sich derzeit keine Hinweise auf eine Überschreitung der gesetzlich geltenden Grenzwerte für Feinstaub. Gleichwohl wird das RP die Entwicklung der Feinstaubemissionen des Betriebs weiterhin überwachen.
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