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Mehr Lebensraum für Roten und Schwarzen Apollo
Naturschutzmaßnahmen im Landkreis Tuttlingen zeigen Erfolge für bedrohte Tagfalter.
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Der Bestand der vom Aussterben bedrohten Roten und Schwarzen Apollofalter im Naturschutzgebiet Stiegelesfels-Oberes Donautal bei Fridingen (Kreis Tuttlingen) hat sich vergrößert. Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, zeigt eine umfangreiche Pflegemaßnahme, die im Herbst 2022 am Laibfelsen stattgefunden hat, erste Erfolge. Erstmals wurden Ende Juni einzelne Individuen des Roten Apollo auch am Laibfelsen beobachtet.
Im Herbst 2022 ließ das Naturschutzreferat des RP am Laibfelsen den Bewuchs einer großen Kalkschutthalde bis auf Einzelbäume entfernen. Ziel war es, die Bestände des weißen Mauerpfeffers – der wichtigsten Futterpflanze des Roten Apollos - von der Beschattung zu befreien. Damit sollte der Lebensraum des seltenen Schmetterlings, der bereits an der benachbarten Schlosshalde vorkam, erweitert werden. Dies scheint gelungen zu sein: Der Rote Apollo konnte dieses Jahr über seine gesamte Flugzeit zwischen Mai und Juli in den Gebieten Laibfels, Stiegelesfels und Bettelmannsfels mit bis zu zwölf Individuen am Tag beobachtet werden. „Wir gehen davon aus, dass sich die bisher sehr schwache Population des Falters hier stabilisiert hat und auch an der neu entwickelten Fläche bereits Reproduktion stattgefunden hat“, erklärt Stefan Hafner, den das RP mit der Umsetzung des Artenschutzprogramms Schmetterlinge des Landes im Regierungsbezirk Freiburg beauftragt hat.
Neben dem Roten Apollo profitiert auch die ebenfalls vom Aussterben bedrohte Schwesternart Schwarzer Apollo von den Offenhaltungsmaßnahmen an den Steilhängen wie zuletzt am Laibfelsen, da sie als Nahrungspflanze für die Raupen ausreichend besonnte Vorkommen des Lerchensporns benötigt. So wurden zur diesjährigen Flugzeit an der im Jahr 2022 freigestellten Halde bis zu sieben Individuen am Tag gezählt, an den benachbarten Felsenhalden bis zu 60. Auch seine Bestände zeigen sich aufgrund der stetigen Maßnahmen zur Habitatentwicklung zunehmend stabil. In Jahren mit guten Bedingungen für das Raupenwachstum konnten am Bettelmannsfelsen schon mehrere hundert Falter nachgewiesen werden, die Chancen stehen also gut, dass sich in Zukunft auch am Laibfelsen eine größere Population etabliert.
„Um diese Erfolge für die Artenvielfalt im oberen Donautal langfristig zu sichern, ist die Offenhaltung der freigestellten Felsen, Block- und Schotterhalden durch regelmäßige Nachpflege erforderlich“, erklärt Anika Steinle vom Naturschutzreferat des RP. So werden die schnell wieder aufkommenden Nachtriebe der Gehölze entfernt, um die Habitate der Schmetterlinge dauerhaft frei von Beschattung zu halten. Diese Arbeiten wurden sowohl 2023 und 2024 durchgeführt und fanden auch in den vergangenen Wochen im Gebiet statt. Für das kommende Jahr kündigt Steinle eine gemeinsame Exkursion mit dem Naturschutzzentrum Obere Donau zur Falterflugzeit für alle Interessierten an. Das Regierungspräsidium werde über die Aktion rechtzeitig informieren.
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