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Umwelt, Naturschutz und Hochwasserschutz

Fledermäuse im Fokus

Land fördert Artenschutz in Gundelfingen

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Im Rahmen der landesweiten Artenschutzoffensive fördert das Regierungspräsidium Freiburg (RP) den Schutz hochwertiger Waldbestände der Gemeinde Gundelfingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Eine entsprechende Vereinbarung haben Manuel Winterhalter-Stocker, Leiter der Umweltabteilung im RP und Bürgermeister Raphael Walz am Mittwoch unterzeichnet. Demnach erhält die Gemeinde Gundelfingen in den nächsten 20 Jahren insgesamt 320.000 Euro dafür, dass sie ihren Wald im Sinne des Natur- und Artenschutzes entwickelt. Davon profitieren insbesondere bedrohte Fledermausarten wie der Kleinabendsegler und die Bechsteinfledermaus, aber auch Vögel wie Mittelspecht und Schwarzspecht, die im Gemeindewald zu Hause sind.

„Das Waldkonzept, das der Gemeinderat Gundelfingen bereits im Mai 2024 verabschiedet hat, ist im Regierungsbezirk Freiburg einzigartig. Mit der jetzt vereinbarten Landesförderung gleichen wir einen Teil der forstwirtschaftlichen Ertragsverluste aus, die die Gemeinde zugunsten des Artenschutzes auf sich nimmt. Gleichzeitig würdigen wir damit ihre vorbildliche Initiative für den Schutz von Arten und Lebensräumen mit landesweiter und europäischer Bedeutung“, betonte Manuel Winterhalter-Stocker. 

Das Waldkonzept der Gemeinde räumt dem Naturschutz auf etwa 82 Hektar, das entspricht etwa der Hälfte des Gemeindewalds, Vorrang ein. Im Gemeindewald befindet sich das bundesweit größte bekannte Überwinterungsgebiet der seltenen Fledermausart Kleinabendsegler. In den Sommermonaten ist er zudem Lebensraum einer der landesweit größten Kolonien der Bechsteinfledermaus. Beide Fledermausarten sind auf alt- und totholzreiche Waldbestände angewiesen, in denen sie in Naturhöhlen geeignete Tagesquartiere finden. Von besonderer Bedeutung sind die alten Eichenbestände, die darüber hinaus einer Vielzahl weiterer gefährdeter Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.

Konkret sieht die jetzt geschlossene Vereinbarung vor, 14,2 Hektar des Gemeindewaldes dauerhaft als Lebensraum der seltenen Fledermausarten zu schützen. Dazu wird die Bewirtschaftung in den 70- bis 110-jährigen Buchen- und Taubeneichenbeständen gezielt auf den Erhalt und die Entwicklung von Eichen ausgerichtet. Dieser Bestand hat das Potenzial in den nächsten Jahren zahlreiche natürliche Höhlen und Spalten zu entwickeln und sich damit zu einem hochwertigen Quartiergebiet für Fledermäuse zu entfalten. Mit der Umsetzung des Waldkonzepts entspricht die Gemeinde auch den Schutzzielen des europäischen Natura 2000-Gebiets „Kandelwald, Roßkopf und Zartener Becken“, in dem sich der Gundelfinger Gemeindewald befindet.  

Bürgermeister Raphael Walz: „Über die finanzielle Zuwendung hinaus freuen wir uns über die große Anerkennung unserer Initiative, den Gemeindewald Gundelfingen naturverträglich zu bewirtschaften. In dem vom Gemeinderat verabschiedeten Waldkonzept bringen wir die für uns weiterhin wichtige Holzproduktion und die Funktion des Waldes für die ortsnahe Erholung mit Zielen des Artenschutzes in Einklang. Dadurch erreichen wir Rechtssicherheit für unsere Waldbewirtschaftung im Natura 2000 Gebiet und erschließen uns interessante Fördermöglichkeiten.“  

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