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Landwirtschaft, Ländlicher Raum und Lebensmittel

Chancen für die Landwirtschaft im Schwarzwald

Regierungspräsident Gabbert und BLHV-Präsident Bolkart besuchen innovative Betriebe in Bernau (Kreis Waldshut).

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Ohne die Landwirtschaft wäre die typische und für den Tourismus so wichtige Schwarzwaldlandschaft mit ihrem Wechsel von Wäldern und Weiden undenkbar. Doch wie können sich landwirtschaftliche Betriebe in den Höhenlagen angesichts von Herausforderungen wie Klimawandel, globaler Handelspolitik und hoher Ansprüche an Lebensmittel auf dem Markt behaupten? Diese Frage stand am Freitag im Mittelpunkt des gemeinsamen Besuchs von Regierungspräsident Carsten Gabbert und BLHV-Präsident Bernhard Bolkart auf zwei beispielhaften Betrieben in Bernau (Kreis Waldshut). An dem Termin nahmen auch Vertreter der Kommunen, des Handels sowie der Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung teil.

„Die Landwirtschaft ist der Garant für den Erhalt der schönen und artenreichen Landschaft im Schwarzwald. Die beiden Betriebe, die wir heute besucht haben, leisten Pionierarbeit, indem sie mit Mut und Ideenreichtum neue Wege bei der Tierhaltung und bei der Vermarktung ihrer Produkte eingeschlagen haben“, stellte Regierungspräsident Carsten Gabbert fest. Er wies darauf hin, dass das Regierungspräsidium (RP) die Landwirte auf dem Weg in die Zukunft unterstütze. Das „Team Tier“ des RP berate Betriebe bei der Umstellung auf tierfreundliche Ställe. Mit dem Förderprogramm für Investitionen in kleine landwirtschaftliche Betriebe unterstütze das Land den Bau von Laufställen mit bis zu 50 Prozent. Ein Leuchtturmprojekt im Biosphärengebiet Schwarzwald sei der geplante Gemeinschaftsstall der Gemeinde Wieden (Kreis Lörrach).

„Unsere Betriebe sorgen nicht nur für hochwertige regionale Lebensmittel, sondern leisten auch einen unverzichtbaren Beitrag zum Tierwohl und zum Erhalt der Kulturlandschaft. Die heute besuchten Höfe zeigen: Die bäuerliche Landwirtschaft im Schwarzwald hat Zukunft – wenn man sie lässt und gezielt unterstützt,“ erklärte BLHV-Präsident Bernhard Bolkart. Der Besuch in Bernau zeigte laut Bolkart deutlich, wie wichtig eine verlässliche Förderung und gesellschaftliche Anerkennung für die Zukunft der Landwirtschaft im Schwarzwald sind.

Zunächst stand die Besichtigung des Laufstalls des Stempfelbachhofs auf dem Programm, wo Johannes Wasmer im Nebenerwerb 40 Tiere, darunter 15 Mutterkühe hält. Zur Umstellung von der Anbindehaltung auf eine tiergerechte Haltung der Hinterwälder und Pinzgauer Rinder hat das Land Baden-Württemberg den Bau des Laufstalls im Jahr 2018 zu 30 Prozent gefördert. Das Fleisch wird über die Initiative Schwarzwald Bio-Weiderind regional sowie direkt vom Hof vermarktet und kommt auch in der Bernauer Gastronomie auf den Tisch. Die Familie bewirtschaftet eine Fläche von 40 Hektar. Für rund die Hälfte davon hat Wasmer mit dem RP Landschaftspflegeverträge abgeschlossen, so dass er für die Offenhaltung der Wiesen einen finanziellen Ausgleich des Landes erhält.

Zweite Station war der Goldbachhof von Markus Kaiser, einer der wenigen landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe, die es im Schwarzwald noch gibt. Kaiser bewirtschaftet 300 Hektar Grünland, die Hälfte davon im Landschaftspflegeprogramm des Landes. Als Nebenprodukt der Offenhaltung verwertet er im Jahr rund 50.000 Kubikmeter Holzhackschnitzel in der eigenen Fernwärmeanlage. Das Fleisch seiner 280 Rinder vermarktet auch Kaiser über die Schwarzwald Bio-Weiderind-Initiative, die er mitgegründet hat und deren erster Vorsitzender er ist. Inzwischen zählen 180 Betriebe aus dem Süd- und Nordschwarzwald zu der Vereinigung.

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