Ein Puzzlespiel für Profis – Stahlbeton verleiht dem Tunnelrohbau die nötige Stabilität
reading duration:
Stahlbetonbauer und Eisenbinder bei der Arbeit: Bewehrung eines Teils der Tunneldecke im Juli 2025
Stahlbetonbauer und Eisenbinder bei der Arbeit: Bewehrung eines Teils der Tunneldecke im Juli 2025
Mit erweiterter Perspektive werden die Dimensionen der Bewehrung noch deutlicher
Mit erweiterter Perspektive werden die Dimensionen der Bewehrung noch deutlicher
Zentimeterdicke gerippte Stahlstäbe liegen in großen Bündeln auf der Tunnelbaustelle bereit: teils nur knapp 60 Zentimeter lang, teils mehrere Meter. Was hat es damit auf sich?
Die dazugehörigen Eisen werden im Werk vorgefertigt, gebogen, ihren jeweiligen Positionen zugeordnet und nach dem Just-in-time-Logistikprinzip auf die Baustelle geliefert. Anhand von detaillierten Plänen verbinden die Arbeiter die einzelnen Elemente mit Draht, bis ein stabiles Raster entsteht: die Bewehrung für jedes einzelne Bauteil. Bevor die Betonage erfolgt, werden die Eisen miteinander verbunden – so entsteht Stahlbeton. Während das Eisen die Zugkraft aufnimmt, ist der Beton für die Druckkraft zuständig. Gemeinsam sorgen sie für Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit eines Bauwerks.
Der Bewehrungsplan gibt dabei Lage, Anzahl, Durchmesser und weitere Verlegedetails der Stahlelemente vor. Pro zehn Meter Tunnelblock (eine Mittelwand, zwei Außenwände, Tunneldecke) werden mehrere hundert Meter Bewehrung verbaut. Für das gesamte Bauwerk rechnen die Planer mit knapp 11.000 Tonnen Stahl, der u.a. aus Luxemburg stammt.
Nach nun mittlerweile 25 errichteten Blöcken sind die Arbeiter beim Stahl-Mikado nahezu perfekt eingespielt. Der Aufbau des kleinteiligen aber großflächigen Gewirrs mehrerer Schichten Eisenstangen geht so versiert vonstatten, dass die Bewehrung einer Regelwand nur noch einen Tag erfordert.